Flagge - Haus Wolf

Ferienhaus Wolf Wyk auf Föhr
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Flagge

Geschichte


Der Grütztopf im friesischen Wappen


Adelbert Dreesen

Heiß tobt der Kampf, doch neigt sich schon die Schlacht,
Es weicht der Friesen Mut der Dänen Macht.
Erst einzeln, dann truppweise flieh'n sie erschreckt,
Bis an's Lager der wütende Kampf sich erstreckt.


Vom Lagerplatze aus der Friesen Frau'n
Der Männer Niederlag' mit Kummer schau'n;
Es bebt manches Herz dort in Angst und voll Qual,
Doch bereiten sie emsig den Kriegern das Mahl.


Schon kommen einzeln Fliehende vorbei;
Die Frauen weichen nicht von ihrem Brei.
Für Manchen, der draußen auch tapfer mitfocht,
Hatt' die Frau wohl vergebens die Grütze gekocht.


Die Friesen weichen alle Mann für Mann;
Sie hart verfolgend stürmt der Dän' heran.
Da stürzen die Frauen laut schreiend herbei,
Und bewerfen die Feinde mit siedendem Brei.


Da wird's den Dänen um die Ohren heiß,
Den kühnen Weibern winkt des Sieges Preis.
Bald weichet der Feind, selbst der Tapferste stutzt,
Und den siedenden Brei aus den Augen sich putzt.


Beschämt vom Heldenmut der tapfern Frau'n
Beginnen Friesen wacker drein zu hau'n.
Wem's Gesicht nicht verbrannt von der Weiber Brei,
Dem hau'n es die Streitäxt' der Männer entzwei.


Vor heißer Grütz' und derben Hieben sucht
Der Däne bald sein Heil in schneller Flucht.
Weil Friesinnen Feinde mit Grütze gehetzt,
Ward der Grütztopf in's friesische Wappen gesetzt.



Der Wahlspruch der Friesen: Lewwer duad üs Slaav

Pidder Lüng

Detlev von Liliencron

"Frii es de Feskfang,
Frii es de Jaght,
Frii es de Strönthgang,
Frii es de Naght,
Frii es de See, de wilde See
En de Hörnemmer Rhee." 1)

Der Amtmann von Tondern, Henning Pogwisch,
Schlägt mit der Faust auf den Eichentisch:
Heut fahr ich selbst hinüber nach Sylt
Und hol mir mit eigner Hand Zins und Gült.
Und kann ich die Abgaben der Fischer nicht fassen,
Sollen sie Nasen und Ohren lassen,
Und ich höhn ihrem Wort:
Lewwer duad üs Slaav. 2)

Im Schiff vorn der Ritter, panzerbewehrt,
Stützt sich finster auf sein langes Schwert.
Hinter ihm, von der hohen Geistlichkeit,
Steht Jürgen, der Priester, beflissen, bereit.
Er reibt sich die Hände, er bückt den Nacken.
Der Obrigkeit helf ich, die Frevler packen;
In den Pfuhl das Wort:
Lewwer duad üs Slaav.

Gen Hörnum hat die Prunkbarke den Schnabel gewetzt,
Ihr folgen die Ewer 3), kriegsvolkbesetzt.
Und es knirschen die Kiele auf den Sand,
Und der Ritter, der Priester springen ans Land,
Und waffenrasselnd hinter den beiden
Entreißen die Söldner die Klingen den Scheiden.
Nun gilt es, Friesen:
Lewwer duad üs Slaav!


Die Knechte umzingeln das erste Haus,
Pidder Lüng schaut verwundert zum Fenster heraus.
Der Ritter, der Priester treten allein
Über die ärmliche Schwelle hinein.
Des langen Peters starkzählige Sippe
Sitzt grad an der kargen Mittagskrippe.
Jetzt zeige dich, Pidder:
Lewwer duad üs Slaav!

Der Ritter verneigt sich mit hämischem Hohn,
Der Priester will anheben seinen Sermon.
Der Ritter nimmt spöttisch den Helm vom Haupt
Und verbeugt sich noch einmal: Ihr erlaubt,
Dass wir euch stören bei euerm Essen,
Bringt hurtig den Zehnten, den ihr vergessen,
Und euer Spruch ist ein Dreck:
Lewwer duad üs Slaav.

Da reckt sich Pidder, steht wie ein Baum:
Henning Pogwisch, halt deine Reden im Zaum!
Wir waren der Steuern von jeher frei,
Und ob du sie wünschst, ist uns einerlei.
Zieh ab mit deinen Hungergesellen!
Hörst du meine Hunde bellen?
Und das Wort bleibt stehn:
Lewwer duad üs Slaav!

Bettelpack! fährt ihn der Amtmann an,
Und die Stirnader schwillt dem geschienten Mann:
Du frisst deinen Grünkohl nicht eher auf,
Als bis dein Geld hier liegt zu Hauf!
Der Priester zischelt von Trotzkopf und Bücken
Und verkriecht sich hinter des Eisernen Rücken.
O Wort, geh nicht unter:
Lewwer duad üs Slaav!

Pidder Lüng starrt wie wirrsinnig den Amtmann an.
Immer heftiger in Wut gerät der Tyrann,
Und er speit in den dampfenden Kohl hinein:
Nun geh an deinen Trog, du Schwein!
Und er will, um die peinliche Stunde zu enden,
Zu seinen Leuten nach draußen sich wenden.
Dumpf dröhnt's von drinnen:
Lewwer duad üs Slaav!

Einen einzigen Sprung hat Pidder getan,
Er schleppt an den Napf den Amtmann heran
Und taucht ihm den Kopf ein und lässt ihn nicht frei,
Bis der Ritter erstickt ist im glühheißen Brei.
Die Fäuste dann lassend vom furchtbaren Gittern,
Brüllt er, die Türen und Wände zittern,
Das stolzeste Wort:
Lewwer duad üs Slaav!

Der Priester liegt ohnmächtig ihm am Fuß;
Die Häscher stürmen mit höllischem Gruß,
Durchbohren den Fischer und zerren ihn fort,
In den Dünen, im Dorf rasen Messer und Mord.
Pidder Lüng doch, ehe sie ganz ihn verderben,
Ruft noch einmal im Leben, im Sterben
Sein Herrenwort:
Lewwer duad üs Slaav !

Übersetzungen aus dem Friesischen:
1) (fries.) Frei ist der Fischfang
Frei ist die Jagd
Frei ist der Strandgang
Frei ist die Nacht
Frei ist die See, die wilde See
Und die Hörnumer Reede

2) (fries.) Lieber tot als Sklave
3) Kleines Lastsegelschiff (d. Hrg.)

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